Erich I. (1470-1540) Herzog zu Braunschweig - Wolfenbüttel - Calenberg (Münden)

Erich I. und Elisabeth von Brandenburg

Öl auf Leinwand um 1530, Kunstmuseum Stockholm, Schloss Gripsholm ©

Erich I. (1470-1540) ist auf diesem Bild mit seiner zweiten Frau Elisabeth (1510-1558) von Brandenburg dargestellt. Herzog Erich I. wurde in Neustadt am Rübenberg als zweiter Sohn von Herzog Wilhelm von Braunschweig - Wolfenbüttel geboren. Er verbrachte seine Jugendjahre zeitweilig am Hofe in Bayern und Wien. Aufgrund der engen Verbindung zum österreichischen Hof, diente Herzog Erich I. als Heerführer bei Kaiser Maximilian (1459-1519). Im Jahre 1494 teilten Heinrich der Ältere und Erich I. das väterliche Erbe auf, wobei Heinrich der Ältere das Fürstentum Braunschweig - Wolfenbüttel und Erich I. das Fürstentum Calenberg-Göttingen übernahm. Erich I. überließ aber vorerst seinem älteren Bruder Heinrich die Verwaltung im Fürstentum Calenberg-Göttingen. Erich I. unterstützte Kaiser Maximilian im Kampf gegen Türken und Franzosen, dabei rettet er dem Kaiser in der Schlacht von Mengersbach bei Regenburg 1504 das Leben. Herzog Erich I. betrieb eine kaisertreue Politik und blieb dem katholischen Glauben immer verbunden. Die Reformation konnter er in seinem Fürstentum aber nicht verhindern. Die Städte Göttingen, Hannover und Northeim erkauften sich 1532 bei Erich I. die Religionsfreiheit. Damit konnten die leeren Kassen im Fürstentum gefüllt werden. Die erste Ehe des Herzogs Erich I. mit der Witwe des Erzherzogs Sigismund von Österreich, Katharina von Sachsen, blieb kinderlos. Sie verstarb im Jahre 1524. Erich I. heiratete daraufhin 1525 die erst 15jährige Elisabeth von Brandenburg. Sie schenkte ihrem Mann drei Töchter und den lang ersehnten Nachfolger Erich II. (1528-1584). Elisabeth trat bereits einige Jahre später dem protestantischen Glauben bei. Sie zwang Erich I. seine Geliebte Anna Rumschottel als Hexe zu verbrennen. Als Herzog Erich I. 1540 verstarb, hinterließ er hohe Schulden und zwei wichtige Bauten, die Erichsburg bei Dassel und die von ihm wieder hergestellte Burg Calenberg. Elisabeth übernahm die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Erich II. Dabei führte sie mit Nachdruck die Reformation im Fürstentum ein. Nach den Grundsätzen des Schmalkaldischen Bundes von 1540 löste sie aber die bestehenden Klöster nicht auf und schützte diese vor weltlichem Zugriff. Die Vermögen der Klöster im Fürstentum Calenberg wurden ihrer Aufsicht unterstellt und zur "Unterhaltung der Pfarrer, zur Einrichtung von Schulen sowie zur Unterstützung der Armen und zur Einrichtung von Spitälern" verwendet. Sie sicherte somit die Klöster in ihrer Substanz und die heutige Klosterkammer Hannover geht letztlich auf Elisabeth zurück.

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Lit.: vgl. Wolfgang Kunze, in Katalog zur Ausstellung: Leben und Bauten Herzog Erichs II., Neustadt am Rübenberg, 1993.