 Krönungsbild aus
dem Evangeliar Herzog Heinrichs des Löwen von Mönch Herimann, Kloster Helmarshausen um
1170. Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel ©
In der unteren Hälfte des Krönungsbildes kniet in der Mitte links
Herzog Heinrich der Löwe, ihm gegenüber befindet sich seine zweite Gemahlin Mathilde von
England. Heinrich und Mathilde sind in kostbare Gewänder gekleidet und halten jeder ein
goldenes Kreuz in der Hand. Hinter Heinrich dem Löwen steht sein Vater Heinrich der
Stolze und seine Mutter Gertrud, dann deren Vater Kaiser Lothar III. und dessen Frau
Richenza, also die Großeltern Heinrichs des Löwen. Hinter Mathilde stehen ihr Vater
König Heinrich II. von England, dessen Mutter Königin Mathilde und eine unbekannte
Person. Die Kronen die Christus aus dem Himmel reicht, sind eher als die Kronen des ewigen
Lebens zu deuten, als die der weltlichen Herrschaft. Auf die Kronen des ewigen Lebens
beziehen sich die Texte auf den Spruchbändern der Halbfiguren in den Eckfeldern der
Darstellung. Im Widmungsgedicht des Evangeliars heißt es, daß Herzog Heinrich und
Mathilde "dieses goldglänzende Buch" in der Hoffnung auf das ewige Leben
Christus gewidmet haben. (Lit.: vgl. Das Evangeliar Heinrich des Löwen, Hameln 1984)
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Video von 1995: Heinrich
der Löwe und seine Zeit. Interview mit Heinrich Prinz von Hannover über
den Konflikt zwischen dem Welfenherzog Heinrich der Löwe und seinem
Vetter Kaiser Friedrich Barbarossa. |
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Heinrich (1129/31-1195) Herzog von Sachsen und Bayern gehört
zu den herausragendsten Persönlichkeiten des Hochmittelalters. Als Heinrich der Löwe in
Schwaben am Bodensee (Ravensburg ?) geboren wurde, verfügten die Welfen bereits über die
Herzogtümer Bayern und Sachsen, eine Herrschaftskonzentration die durch geschickte
Heiratspolitik geschaffen wurde. Der Großvater Heinrichs des Löwen, Heinrich der
Schwarze, hatte Wulfhild geheiratet, die älteste Tochter des sächsischen Herzogs Magnus
Billung, über sie erbte er gewaltige Besitzungen mit dem Zentrum Lüneburg. Der Vater
Heinrichs des Löwen, Heinrich der Stolze, heiratete die Erbtochter Gertrud des
sächsischen Herzogs Lothar von Süpplingenburg (1075-1137). Durch sie erbte Heinrich der
Stolze 1137 das Herzogtum Sachsen. Dafür wählten die Welfen Lothar von Süpplingenburg
1125 zum Deutschen König Lothar III. Mit dem Herrschaftsantritt des noch minderjährigen
Heinrich des Löwen in Sachsen und Bayern 1139 wuchs der Widerstand der Reichsfürsten
gegen die starke Position der Welfen im Reich. Heinrich dem Löwen wurden aber die beiden
Herzogtümer Bayern und Sachen 1142 rückerstattet, die seinem Vater 1138 aberkannt
wurden. Um aber das sächsische Lehen zu sichern verzichtete Heinrich der Löwe
widerwillig 1142 auf Bayern. Der enorme Allodialbesitz der Welfen in Sachsen garantierte
dem Löwen Gefolgschaft und die wichtige Amtsgewalt in dem norddeutschen Herzogtum. Die
kaisertreue Politik realisierte die Rückgabe eines verkleinerten Bayerns 1156 an Heinrich
den Löwen (die Welfen unterstützten die Staufer bei der Wahl zum Kaiser). Das östliche Bayern (Österreich) fiel dabei aber an die Babenberger.
Heinrich der Löwe unterstützte den Kaiser, seinen Vetter den Staufer Friedrich I. (Barbarossa),
erfolgreich in Italien und Nordeuropa. Nach steiler Karriere im Reich zeichnete sich
bereits 1166 der Sturz des Löwen ab. Heinrich stand immer mehr in Opposition zum Reich und
Kaiser, dabei verfolgte er vornehmlich eigene Interessen. 1176 verweigerte Heinrich der
Löwe seinem Vetter Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Gefolgschaft nach Italien, was 1179
zum Prozess und zum endgültigen Bruch zwischen Staufern und Welfen führte. Auf dem
Reichstag von Würzburg 1180 wurden Heinrich dem Löwen die Lehen Sachsen und Bayern
aberkannt. Er übersiedelte mit der gesamten Familie zum Schwiegervater nach England ins
Exil. Obwohl Heinrich der Löwe alle Lehen entzogen bekam, tasteten die Reichsfürsten den
großen Allodialbesitz der Welfen in Norddeutschland nicht an. Heinrich der Löwe verstarb
1195 entmachtet in Braunschweig. Sein Enkel, Otto das Kind, wurde 1235 mit dem Herzogtum
Braunschweig - Lüneburg belehnt. Damit kehrten die Welfen als Herzöge zu Braunschweig -
Lüneburg in den Reichsfürstenstand zurück. |